Gründung und Nachkriegszeit
Das Textilunternehmen wurde am 2. Mai 1932 von Luise Hermann als L. Hermann Kleiderfabrik in Künzelsau als Reaktion auf das stagnierende Holzhandelsgeschäft ihres Ehemannes gegründet. Neben der Inhaberin waren sechs Näherinnen beschäftigt. Die Firma fertigte Berufsbekleidung und stattete Wehrmacht und Reichsarbeitsdienst mit Drillichanzügen aus.Der Sohn der Unternehmensgründerin, Rolf Hermann (1926–2008), und ihr Schwiegersohn Albert Sefranek (* 1920) traten 1945 in das Familienunternehmen ein. 1948 wurde ein erster Auftrag über 300 blaue Arbeiterhosen – die Jeans – angenommen. Damit war die Firma in Europa der erste Anbieter von Jeans. Die Schnittmuster für die Röhrenhosen wurden von US-amerikanischen Jeans „übernommen“, die Sefranek sich von in Deutschland stationierten GIs besorgt hatte. Ein Jahr später begann die Serienproduktion, zunächst aus Köper für Arbeitskleidung, später aus echtem importiertem Denim. Die Anfangsjahre waren schwierige Zeiten: Jeans galten im Nachkriegsdeutschland anfangs schon aufgrund ihres engen Schnitts als ordinär, wurden zunächst mit den Siegermächten und später mit dem linken Spektrum assoziiert. Im Jahr 1953 stellte Mustang die erste Jeans für Damen her, die als Girl’s Campinghose angeboten wurde, im Jahr 1955 ergänzte eine Jeans aus Cordstoff die Palette.




